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Es ist noch gar nicht so lange her
– nur etwa 100 Jahre – da war der Hamburger Jungfernstieg noch ein echter
Prachtboulevard, Vorzeigemeile der Hansestadt. Seitdem ist viel passiert.
Doch trotz aller, vielleicht nicht immer nur positiver Veränderungen, ist
der Jungfernstieg immer noch etwas ganz besonderes. Dazu trägt nicht nur die
ideale Lage am Alsterufer bei. Für die Hamburger spielt hier vor allem die
historische Bedeutung der Flaniermeile eine wesentliche Rolle. So gibt es
den Jungfernstieg schon seit 1235; da hieß er noch Reesedamm, benannt nach
dem Müller Reese, der dort seine Mühle betrieb. Weil die hübschen
Hanseatinnen so gerne an der Alster flanierten, nannte man die Promenade
schon ab 1648 offiziell Jungfernstieg. Als besonderes gesellschaftliches
Glanzstück erwies sich dann ab 1799 der Alsterpavillon. Von Anfang an als
beliebter Treffpunkt für Prominente und Neugierige musste das Gebäude im
Laufe der Jahre jedoch immer wieder aufwändige Umbauten über sich ergehen
lassen. Je nach Zeit-geschmack mal karg, mal opulent. Inzwischen hat das
Bauwerk insgesamt sechs Umbauten überstanden, wovon die letzte Sanierung in
den neunziger Jahren allein sechs Millionen Mark verschlang. Die Mühe schien
sich stets gelohnt zu haben. Immerhin zählten zu den berühmtesten Besuchern
immer auch zahlreiche Prominente wie der Dichter Heine oder der
Teufelsgeiger Paganini. |